Eisenbahn

Die Geschichte der eingleisigen Bahnlinie Neuenmarkt/Wirsberg - Bischofsgrün beginnt mit der feierlichen Eröffnung am 16. Oktober 1898. Am 28. Dezember 1896 war bereits auf der Strecke von Neuenmarkt bis Berneck und am 16. Juni 1897 bis Goldmühl der Betrieb aufgenommen worden.[1]

Bayerische Dampflok der Gattung GtL 4/4 mit zwei Wägen der Gattung B3yg (Aufnahme ca. 1950er Jahre)
Bayerische Dampflok der Gattung GtL 4/4
mit zwei Wägen der Gattung B3yg
(Aufnahme ca. 1950er Jahre)
(Foto: unbekannt/Siegfried Will)

Durch den Ausbruch des 1. Weltkrieges 1914 wurden die Pläne zur Weiterführung der Strecke von Bischofsgrün bis Leupoldsdorf nicht verwirklicht. So blieb die Eisenbahnline eine eher unbedeutende Stichbahn.[2]

Nach 75 Jahren beginnt der Rückzug mit der Einstellung des Personenverkehrs am 26.05.1974.[1] Der Güterverkehr wurde noch weiterbetrieben, vor allem von der Firma Küfner, die in Röhrenhof einen Industriegleisanschluss hatte.[3] Auch verschiedene Personenzüge fuhren noch bis 1986 auf Sonderfahrt durch das Maintal.

Am 01.06.1986 wurde dann der Güterverkehr im Abschnitt Röhrenhof-Bischofsgrün stillgelegt.[1] Ein Dammrutsch am 22.07.1992 zwischen Lanzendorf und Bad Berneck besiegelte dann das Ende der Eisenbahnlinie. [1] Er machte die Strecke unpassierbar. Am 31.12.1993 folgte das offizielle &quoat;Aus&quoat; für den Abschnitt Lanzendorf-Röhrenhof. Die letzte verbliebene Strecke zwischen dem Bahnhof Neuenmarkt und Lanzendorf wurde am 03.06.2006 zum letzten Mal zur Belieferung des Flüssiggashändlers in Lanzendorf befahren und danach stillgelegt.[3]

Das Bahnhofsgebäude in Goldmühl wurde bereits 1986 abgerissen - in Bad Berneck musste das Bahhofsgebäude der Verlegung der Bundesstraße 303 weichen. Das Bahnhofsgebäude in Bischofsgrün steht heute noch. Die Bahntrasse wurde komplett demontiert und dient größtenteils als Radweg (Abschnitt Bad Berneck-Bischofsgrün).

Vielen Dank an Roland Fraas für die hervorragende Unterstützung!

Fahrkarten Sonderfahrt 1985
Fahrkarten Sonderfahrt (1985)

Erwähnenswert ist noch der 28. September 1985: Obwohl die Strecke zu diesem Zeitpunkt für den Personenverkehr schon stillgelegt war, wurde sie nochmals von einem Personenzug befahren (vielleicht sogar vom größten Personenzug überhaupt, der auf dieser Strecke fuhr!). Die Aktion &quoat;Eine Stadt geht auf Reisen&quoat; der Deutschen Bundesbahn führte zu einer kurzzeitigen Reaktivierung der Strecke. Die Resonanz auf diese Aktion war überwältigend: über 900 Fahrgäste waren in dem zwölf Waggons umfassenden Zug an Bord.

Stadtausflug war ein Volltreffer
Pressebericht Nordbayerischer Kurier vom 30.09.1985 (als PDF, ca. 0,95 MB)

Vor 100 Jahren: Fast wäre die Bahnstrecke zur Durchgangslinie geworden
Pressebericht Bad Bernecker Stadtanzeiger vom 29.08.2014 (als PDF, ca. 3,7 MB)

Bahnhofsgebäude Goldmühl (ca. 1986)
Bahnhofsgebäude Goldmühl (ca. 1986)
(Foto: Siegfried Will)
Personenzug VT 614 im Maintal
Personenzug VT 614 im Maintal
(Foto: Siegfried Will)

Sonderfahrten mit der VT 614 gab es am 05.07.1981, sowie am 09.06.1985, 09.03.1986 und 18./19.05.1986.[1] Der Triebwagen 614 ist auf dem Foto in Höhe Juliusthal (ca. km 15,1) - im Hintergrund ist der alte &quoat;Edlich-Keller&quoat; der alten Röhrenhofer Hausnummer 3 zu erkennen. Das Bild dürfte Mitte der 1980er Jahre bei einer dieser Fahrten entstanden sein.

Die Dampflok V 36 235 der Dampfbahn Fränkische Schweiz war mit zwei historischen Reisezugwagen ("Donnerbüchsen") am 09.03.1986 auf Sonderfahrt - auf dem Foto steht sie im Bahnhof Goldmühl zur Abfahrt bereit. [1] Mehr Fotos vom ehemaligen Bahnhof in Goldmühl, Bad Berneck und Bischofsgrün im Forum Drehscheibe Online!

Sonderfahrt der Dampflok V 36 235 im Bahnhof Goldmühl (09.03.1986)
Sonderfahrt der Dampflok V 36 235 in Goldmühl (1986)
(Foto: Roland Fraas)
Bahnhofsgebäude Bad Berneck (16.05.1990)
Bahnhofsgebäude Bad Berneck (16.05.1990)
(Foto: Rainer Güttler)